Die Absolventenstudie 2018 wertet nicht nur die aktuellen Ergebnisse aus, sondern beinhaltet darüber hinaus eine vergleichende Analyse der letzten drei Jahre, die klare Trends und Merkmale der Generation Y abbildet. Die Befragung fand im Rahmen des Absolventenkongresses in Köln statt und umfasste 119 Absolventinnen und Absolventen.

Die teils unentschlossen wirkende „Generation Y“ beweist Konsistenz in ihren wichtigsten Werten. So stehen Familie und Freunde auch im dritten Jahr hintereinander mit großem Abstand an erster Stelle, gefolgt von Erfolg und Karriere sowie der Gesundheit an dritter Stelle.

Omnipräsent, aber scheinbar nicht so wichtig wie gedacht: Ökologische Nachhaltigkeit und soziales Engagement gehören 2018 unverändert zu den schwach priorisierten Werten. Deutlich weiter vorn rangieren dagegen Werte wie Selbstverwirklichung und das Reisen in fremde Länder. Auch der Stellenwert der Freizeit steigt kontinuierlich.

Absolventen stellen hohe Erwartungen an den Arbeitgeber

Grundsätzlich wollen Männer und Frauen Ähnliches von ihrem künftigen Arbeitgeber: Sie wünschen sich eine kollegiale Arbeitsatmosphäre, eine angemessene Work-Life-Balance und attraktive Karrieremöglichkeiten. Jedoch sind diese Arbeitgebereigenschaften für Frauen mit 64 Prozent messbar wichtiger als für Männer (48 Prozent). Auch im Vergleich der letzten drei Erhebungen zeigen sich Unterschiede: Für Frauen ist eine gute Bezahlung wichtiger geworden– nach 34 Prozent im Jahr 2017 sind die Zahlen in der aktuellen Abfrage auf mehr als 46 Prozent angestiegen. Für Männer ist die Standortnähe zum Wohnort ein wesentliches Kriterium geworden: 54 Prozent (plus 15 Prozent) wollen den Pendelweg so gering wie möglich halten.

Wollen wirklich nur Frauen in HR-Abteilungen arbeiten?

Für beide Geschlechter kommt der Berufseinstieg im Projektmanagement in Frage: 52 Prozent der Frauen und 48 Prozent der Männer sehen ihn als eine gute Möglichkeit für den Karrierestart an. In der Personalabteilung sieht es da schon anders aus: 39 Prozent der Frauen favorisieren diesen Bereich, jedoch nur 23 Prozent der Männer. Ähnlich verhält es sich beim Einstieg ins Consulting oder die Strategieabteilung: Von diesen Bereichen sind mit 48 Prozent deutlich mehr Absolventen angetan als Absolventinnen (26 Prozent). Das Interesse am Bereich Forschung und Entwicklung als Einstiegsfeld nimmt bei beiden Geschlechtern kontinuierlich ab.

Welcher „Generation Y“-Typ bist du?

„Noch ist der Ansatz weit verbreitet, die ‚Generation Y‘ nach Geburtsjahrgang zu klassifizieren. Unseren Studienergebnissen nach ist das eine überholte Sichtweise“, führt Professor Stefan Diestel, Akademischer Leiter des Kienbaum Institut @ ISM für Leadership & Transformation an. Die Ergebnisse zeigten, dass die Absolventen aufgrund ihres Mindsets und ihrer Karrieremotivation vier verschiedenen Typen zugeordnet werden können: Der Erlebnisorientierte, der Ambitionierte, der Orientierungssuchende und der Karriereorientierte. Mit fast 40 Prozent war der Ambitionierte im Jahr 2016 die am deutlichsten ausgeprägte Gruppe, der Orientierungssuchende die mit 13 Prozent schwächste. Im Jahr 2018 hat sich die prozentuale Verteilung deutlich angenähert – nur noch sechs Prozent trennen den ambitionierten Typus vom Orientierungssuchenden.

„Generation Y“ bedeutet Herausforderung und Chance für Unternehmen

Die Ergebnisse der bisherigen Absolventenstudien zeigen also deutlich, dass die „Generation Y“ kein homogenes Konzept darstellt. Ihnen sind Familie und Freunde, aber auch Erfolg und Karriere wichtig. „Sie wünschen sich flexible Arbeitsformen, zum Beispiel im Hinblick auf Arbeitszeit und -platz oder die Kinderbetreuung – und sind auch in der Position dies einzufordern“, sagt Oliver Meywirth, Geschäftsführer von Capitalheads. „Entsprechende Angebote für die hart umkämpften Talente, können ein entscheidender Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung, Bindung und Weiterentwicklung von Talenten sein.“

 

Pressemitteilung Kienbaum Consultants International GmbH