Haben Sie bei einem gemütlichen Fernsehabend auf dem Sofa auch manchmal das Gefühl, dass Ihnen das Verhalten eines bestimmten Charakters in der Serie oder in dem Spielfilm seltsam bekannt vorkommt? Dass Sie fast glauben, einen Kollegen aus dem Arbeitsumfeld wiederzuerkennen?

Vielleicht ist das weitaus realistischer als Sie zunächst annehmen. Denn die Belegschaft in den meisten Unternehmen ist heute vielfältiger als je zuvor, was Hautfarbe, Alter, Geschlecht, Überzeugungen, Interessen und Werte anbelangt. Und wenn es um den Aufbau einer Unternehmenskultur und die Stärkung der Teams geht, begegnen Ihnen eventuell genau die Charaktere, die Sie gerade noch im Fernsehen gesehen haben.

Sie können sehr viel über Ihre Mitarbeiter erfahren, indem Sie sich in sie hineinversetzen. Mit welchen Figuren beliebter Serien und Filme identifizieren sie sich? Entspricht ihre Rolle eher dem Helden, dem Rebellen oder dem Kreativen? Studien haben ergeben, dass wir das schätzen, womit wir uns am stärksten identifizieren. Oft bedeutet dies, dass wir eine Figur besonders gerne mögen, weil wir uns als Zuschauer in die Rolle hineinversetzen können. Indem Sie die Charaktere und Rollen in Ihrem Team kennenlernen, können Sie mehr darüber erfahren, was jeden Einzelnen motiviert, inspiriert oder frustriert.

Der Held

Einer der am leichtesten zu erkennenden Typen ist der Held. Der Held kann alleine oder als Teil einer Gruppe agieren. Helden beweisen sich gerne durch ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit und sind stets hilfsbereit. Sie streben nach Perfektion und möchten die Welt verbessern. Sie möchten so stark und kompetent wie nur irgend möglich sein. Daher können Helden jedoch auch als arrogant oder selbstgerecht wahrgenommen werden.

Der Held erfüllt jede Aufgabe und geht dabei oft über die Anforderungen hinaus. Er ist äußerst produktiv und konzentriert. Helden überzeugen mit kurzfristigen Erfolgen. Sie arbeiten unermüdlich, bis ihre Mission erfüllt ist. Daher lohnt sich für diesen Typ von Teammitgliedern ein Coaching zur Vermeidung von Burn-outs und zur Stressbewältigung. Helden sollten dazu ermutigt werden, Aufgaben an andere zu delegieren, damit diese ebenso Leistung erbringen können.

Der Rebell

Die Rolle des Rebellen reicht vom „Banditen“ bis zum „Revolutionär“. Er hält sich nicht an Regeln, sondern möchte das System zum Besseren verändern und verschiebt dabei sämtliche Grenzen. Rebellen sind kreativ und innovationsfreudig. Ihre Schwäche? Sie lassen sich nur schwer anführen.

Rebellen brauchen ihre Freiheiten. Vermeiden Sie daher jegliche Gängelung und schränken Sie sie nicht in ihrer Leistung ein. Ein unglücklicher Rebell könnte griesgrämig oder boshaft werden. Wenn sein aufrührerisches Verhalten das Team befremdet, unterstreichen Sie die Auswirkungen seines Handelns und bieten Sie ihm Coaching zur Zusammenarbeit in Gruppen an. Allem voran sollten Sie ihn ermutigen!

Der Weise

Der Weise stellt die Wahrheit über alles andere und ist Fachmann, Denker, Planer und Lehrer. Der Weise erklärt sich die Welt durch Intelligenz und Analyse. Er fürchtet Ignoranz und schätzt Weisheit. Die Kehrseite der Medaille? Zu viel Analyse kann hemmen.

Der Weise hört aktiv zu und denkt nach, bevor er spricht. Er untersucht Probleme gerne aus jedem Blickwinkel. Lassen Sie ihm daher die Zeit, Sorgfalt walten zu lassen. Feste Fristen und Meilensteine helfen diesen Personen dabei, sich nicht in Details zu verfangen. Wenn Sie ihnen das Budget für Schulungsmaterialien bereitstellen, fühlen sie sich unterstützt und anerkannt. Stellen Sie ihnen die Zeit zur Verfügung, ihr Wissen und ihre Erkenntnisse an das Team weiterzugeben.

Der Gestalter

Gestalter sind Innovatoren, Erfinder und Künstler. Sie glauben nicht an Einschränkungen. Ihr persönliches Motto lautet „Wenn man es sich vorstellen kann, dann kann man es auch schaffen“. Zu ihren wichtigsten Eigenschaften zählen Erfindergeist, grenzenloses Vorstellungsvermögen und zukunftsweisendes Denken. Kurz: Sie sind ihrer Zeit voraus.

Gestalter sind starrsinnig und lösen gerne Probleme. Sie verleihen ihren Anliegen eine authentische Stimme, sind auf ihre Arbeit bedacht und ehrgeizig. Wenn sie erst einmal eine geniale Idee haben, verfolgen sie diese, koste es, was es wolle – auch wenn das von den übrigen Teammitgliedern nicht immer mit Begeisterung aufgenommen wird. Gestalter sind hochintelligent und neigen dazu, unzählige großartige Ideen zu haben. Ein starker Projektmanager kann sie dabei unterstützen, den Faden nicht zu verlieren.

Der Underdog

Was dem Underdog an Naturtalent oder sonstigen Vorteilen fehlt, macht er durch Arbeitsmoral und Engagement wett. Er ist zäh und anpassungsfähig, und hat den starken Willen, allen Widrigkeiten zum Trotz erfolgreich zu sein. Underdogs können perfekte Mitarbeiter sein. Auch wenn der erste Eindruck nicht immer der allerbeste ist, so haben sie doch in schwierigen Situationen wertvolle Lektionen gelernt, die für jedes Unternehmen von Nutzen sein können.

Der Underdog verfügt über jede Menge unausgeschöpftes Potenzial. Schaffen Sie eine positive Arbeitsumgebung, legen Sie den Fokus auf Konsequenz und feiern Sie Fortschritte. Beziehungen sind unabdingbar, um ihn aus der Reserve zu locken. Gemeinsam mit einem Mentor können Underdogs alle Unsicherheiten ablegen.

 

Haben Sie den einen oder anderen aus Ihrem Team wiedererkannt? Indem Sie herausfinden, wer Ihre Charaktere sind, können Sie das Beste aus jedem Einzelnen herausholen. Es genügt, jede Rolle für ihre Stärken zu schätzen und ihr dabei zu helfen, an ihren Schwächen zu arbeiten. Auf diese Weise können Sie die Leistung Ihrer Mitarbeiter optimieren und Ihr Team im Allgemeinen stärken. Ganz nebenbei schaffen Sie ein Oscar-verdächtiges, innovatives Team, das serienmäßig Leistung bringt.