Königstein, Hornbach oder Warstein … Städte, die man nur kennt, weil sie mit einer bekannten Marke zusammen geführt werden. Doch auch wenn es schwer zu glauben ist, diese Städte haben mehr als nur Bier oder Schrauben zu bieten.

Im Recruiting kann der Standort oft eine Herausforderung darstellen. Martin König, Teamlead Talent Attraction bei Infineon in Warstein, hat sich dieser Herausforderung auf der Zukunft Personal Europe in einem Vortrag gestellt. König erläuterte, wie in seinem Unternehmen– trotz Standortnachteil – mit erfolgreichem Tech-Recruiting rund 200 MINT-Mitarbeitende rekrutiert werden konnte.

Der Schlüssel für eine positive Kandidatenerfahrung, so König, sei Schnelligkeit. Der Bewerbungsprozess solle zum einen so einfach wie möglich gestaltet werden, etwa ohne langwierige Anmeldeprozesse erfolgen. Zudem erwarten die Kandidaten eine rasche Rückmeldung, egal ob positiver oder negativer Natur.

Der Kandidat ist König

Sollten die geeigneten Kandidaten auserkoren und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden sein, müsse auch hier für den Bewerber alles so positiv wie möglich dargestellt werden. Es kommt auf die kleinen Dinge an: ein übersichtlicher Anfahrtsplan mit genauer Beschreibung der Pforten oder auch schon eine ordentliche Ausschilderung der Besucherparkplätze. Der Kontakt zum Unternehmen muss positiv wahrgenommen werden. Oder wie König es in seinem Vortrag deutlich gesagt hat „Der Kandidat ist König“.

Beim Recrutingprozess sollten aber auch die bereits gewonnen Mitarbeiter nicht vergessen werden. „HR kann nur den richtigen Menschen finden, wenn HR mit den Mitarbeitern aus der jeweiligen Abteilung eng zusammen arbeitet“, so König.

Bei Infineon wurde diese Maßnahme folgendermaßen umgesetzt: Jede Abteilung drehte ein eigenes kleines Video. „Vom Arbeitsplatz für den Bewerber“, mit diesem geringen Aufwand bekommt der Bewerber direkt einen authentischen Einblick in sein – eventuell –  neues Berufsfeld. Diese Videos lassen sich in der heutigen Zeit auch in eine Stellenanzeige integrieren.

Bewerber, die nicht bei Facebook, LinkedIn, XING oder Twitter sind, erreicht man auch heute noch klassisch über einen Werbespot im Radio. Im Idealfall ist der Radiosender dann nicht nur regional, sondern erreicht auch noch Bewerber außerhalb des schönes Städtchens Warstein.

Kreativität und Einsatz gefragt

Egal wie unbekannt oder klein der Ort ist, es muss kein Nachteil sein, wie die positiven Beispiele von Martin König bei Infineon zeigen. Mit ein bisschen Kreativität und Einsatz kann auch Warstein gegen eine Weltstadt wie Berlin gewinnen.

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