In Zeiten rückläufiger Bewerberzahlen loten Unternehmen vielfältige Kanäle für ihr Recruiting aus. Eine Möglichkeit ist das sogenannte Mitarbeiter-Empfehlungsmarketing. Dahinter steckt eine einfache, aber effektive Idee: Digitale Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme ermöglichen es den eigenen Mitarbeitern, neue Mitarbeiter zu werben. Eine „Win-Win“-Situation, denn Arbeitgeber finden so auf kostengünstige und zeitsparende Weise kompetente Mitarbeiter und die Angestellten machen sich voller Motivation auf die Suche, immerhin winken lukrative Boni.

Die Idee ist natürlich nicht neu, bereits Gaius Julius Cäsar zahlte seinen Soldaten Extrasold, wenn sie kräftige neue Rekruten warben. So drängten in den letzten Jahren immer mehr Anbieter mit Mitarbeiter-Empfehlungsprogrammen auf den HR-Software-Markt. Die zehn wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:

  1. Firstbird

Firstbird macht interessierte Mitarbeiter eines Unternehmens zu Talent Scouts, indem es sie regelmäßig über Jobs informiert. Zusätzlich zu der Möglichkeit, die Jobs mittels personalisiertem Link über soziale und berufliche Netzwerke, per E-Mail oder WhatsApp zu teilen, können Talent Scouts den Bewerbungsvorgang im Namen des interessierten Kandidaten auf der Plattform durchführen. Tracking macht es für die Personalabteilung einfach, nachzuverfolgen, aus welcher Quelle und über welchen Talent Scout die Empfehlungen kamen. Mit Firstbird können für bestimmte Jobs individuelle Prämien vergeben oder eine allgemeine Prämienregelung für das gesamte Unternehmen etabliert werden.

  1. Talentry

Im Fokus von Talentry steht der Zugang zu neuen Talent-Pools durch die sozialen Netzwerke der Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens. Die Software setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Talentry Jobs und Talentry Stories. Das Feature Talentry Jobs ermöglicht es den Mitarbeiter, offene Positionen in ihren sozialen Netzwerken zu teilen und Kandidaten ihrem Arbeitgeber zu empfehlen. Talentry Stories geht einen Schritt weiter und will aus den Mitarbeitern Markenbotschafter machen. Vom Arbeitgeber bereitgestellter Content – zum Beispiel Pressemitteilungen oder Blog-Artikel – kann von den Mitarbeitern in ihren sozialen Netzwerken geteilt werden. Durch die Verknüpfung von geteiltem Content mit dazu passenden Stellenangeboten, auf die sich Kandidaten auch direkt bewerben können, gewinnt der Arbeitgeber Zugang zu neuen Talentpools.

  1. XING EmpfehlungsManager

Als Basis dient dem XING EmpfehlungsManager das berufliche und private XING-Netzwerk der Mitarbeiter. Darin ermittelt er passende Kandidaten, die latent auf Stellensuche sind und erstellt einen Kandidatenpool. Stellenangebote des eigenen Unternehmens werden automatisch mit dem Kandidatenpool abgeglichen. So wird sichtbar, welcher Mitarbeiter Kontakte hat, die auf die Stellenbeschreibung passen könnten. Die Personalabteilung kann diesen Mitarbeitern kann die Jobangebote zukommen lassen, die sie dann wiederum direkt an ihren Kontakt weiterleiten oder in einem sozialen Netzwerk teilen können.

  1. RolePoint

Auch die englischsprachige Softwarelösung RolePoint nutzt vor allem die sozialen Netzwerke der Mitarbeiter, um die Auswahl hochwertiger passiver Kandidaten zu erhöhen. Darüber hinaus greift sie aber auch auf die Google Cloud Job Discovery zurück, eine Suchmaschine, die maschinell lernt und das Risiko, relevante Jobs auszulassen, minimiert. Außerdem erstellt RolePoint prädiktive Analysen, um die erwarteten Ergebnisse des Rekrutierungsprozesses und die Leistung des Unternehmens im Vergleich zu den Branchen transparent zu machen.

  1. Mitarbeiterwerben.de

Das Empfehlungs-Tool „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ ist ohne Installation einer speziellen Software nutzbar und bietet den Mitarbeitern eines Unternehmens ihr persönliches Dashboard mit News Feed. Die Personalabteilung hält die Mitarbeiter über die Plattform immer über ausgeschriebene Stellen informiert. Diese wiederum können das Tool auch als Mobile-App nutzen. Die Mitarbeiter können Stellenausschreibungen per Link an Freunde versenden oder über ihre sozialen Netzwerke teilen. Das Basispaket für bis zu 100 Mitarbeiter ist bereits kostenfrei nutzbar, zwei kostenpflichtige Varianten bieten allerdings mehr Features.

  1. Jobvite

Die englischsprachige Komplettlösung Jobvite bezeichnet sich selbst als Kandidaten-fokussierte Recruiting-Plattform. Als solche deckt sie sämtliche Bereiche vom Employer Branding über das Active Sourcing bis hin zum Onboarding ab. Eine besondere Stärke ist dabei das trackbare Empfehlungsprogramm für Mitarbeiter Jobvite Refer. Das macht es den Mitarbeitern möglich, automatisch Stelleneinladungen an ihre sozialen Netzwerke zu versenden.

  1. Zao

Zao geht einen Schritt weiter als die meisten anderen Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme. Denn anstatt die Teilnahme auf bestehende Mitarbeiter zu beschränken, bezieht das englischsprachige Zao Ex-Mitarbeiter, Verkäufer und das gesamte vertrauenswürdige Unternehmensnetzwerk mit ein. Jeder, der auf eine von den Mitarbeitern verteilte Stellenanzeige stößt, kann diese wiederum weiterempfehlen und käme so als Teil der „Empfehlungskette“ in den Genuss einer Prämie.

  1. Referagig

Wie Mitarbeiterwerben.de hat das US-amerikanische Referagig den Vorteil, dass es vollständig browserbasiert ist. Also können Personaler und Mitarbeiter unabhängig davon, wo sie sind, jeder auf Referagig zugreifen kann, solange sie über eine Internetverbindung verfügen. Der ganze Prozess von Stellenausschreibung bis hin zur Einstellung und Prämienzahlung ist für den empfehlenden Mitarbeiter transparent gestaltet.

  1. Simppler

Mit nur wenigen Klicks verbinden die Mitarbeiter ihre digitalen Netzwerke mit Simppler. Das Empfehlungsprogramm basiert auf maschinellem Lernen und macht es leicht, die besten Talente im Netzwerk der Mitarbeiter zu finden. Ist der am besten geeignete Kandidat gefunden, wird dieser an das Bewerber-Tracking-System von Simppler weitergegeben, das damit den gesamten Prozess verwaltet.

  1. Boon

Die große Stärke von Boon ist Gamification. Durch das Sammeln von Informationen über eine Reihe von Variablen gibt die Plattform den Mitarbeitern sogenannte „Boon Scores“, basierend darauf, wie viele Empfehlungen sie einsenden und wie gut diese Empfehlungen im Einstellungsprozess funktionieren. Gerade für Teams, die sich über den Wettbewerb motivieren lassen, ist das englischsprachige Boon eine Überlegung wert.