Karrieremessen sind ein starkes Instrument für Recruiting und Employer Branding. Eine Teilnahme ermöglicht in einen intensiven und persönlichen Kontakt mit BewerberInnen zu treten. Dabei können Sie Eindruck bei der Zielgruppe hinterlassen, Ihre Arbeitgebermarke stärken und sammeln Informationen vom aktuellen Bewerbermarkt aus erster Hand. Wie bei Stellenanzeigen, sollte auch der Messeauftritt auf die Besonderheiten von Ingenieuren und Informatikern abgestimmt sein, um bestmögliche Erfolge zu erzielen.

Wie sich die Zielgruppe vorbereitet

Im Vorfeld einer Karrieremesse informieren sich BewerberInnen über die ausstellenden Unternehmen und planen Standbesuche nach den aussichtsreichsten Optionen, die sich ihnen bieten. Dabei schauen sie sich die Unternehmens-Webseiten, Social-Media-Kanäle und Stellenausschreibung genau an.

Wenn Sie Ihre Teilnahme an einer Karrieremesse, z. B. über Social Media & E-Mail ankündigen, stärken Sie bereits im Vorfeld Ihre Employer Brand. Beachten Sie dabei, dass Ihre Arbeitgebermarke nicht gleichzusetzen ist mit Ihrer Hersteller- oder Produktmarke. Denn diese verschafft Ihnen zwar unter Umständen eine gute Reputation im B2C-Bereich, spricht aber nicht notwendigerweise die gesuchte Bewerber-Zielgruppe an.

Offene Positionen sollten im Vorfeld als Stellenanzeigen online geschaltet werden. Durch die Stellenanzeigen bereiten sich BewerberInnen u. a. auf das persönliche Gespräch am Messestand vor. Bleiben die Anzeigen aus, hilft auch die starke Hersteller- / Produktmarke nicht weiter.

Messestand und Grafiken

Oft strömen BewerberInnen zu den Unternehmen, deren Kerngeschäft sie mit ihrem eigenen fachlichen Hintergrund verbinden: Der Maschinenbau-Ingenieur geht zum Automobilhersteller, der Informatiker zum Software-Unternehmen etc.. Um z. B. als Pharmaunternehmen den dringend erforderlichen IT-Systemadministrator zu finden, ist eine gezielte Kommunikation erforderlich. Verwenden Sie dafür klare Statements und verdeutlichen Sie, wen Sie suchen und was Sie bieten.

Die richtige Bildsprache am Messestand hilft der Zielgruppe zu signalisieren, dass sie gesucht wird. Analog zur Bildsprache bei Stellenanzeigen sollte beachtet werden, dass Ingenieure und Informatiker ein besonderes Interesse an Produkten und Technologien haben. Kommunizieren Sie also die fachlichen Aspekte und veranschaulichen Sie diese z. B. durch Live-Simulationen. Den größten Erfolg erreichen Sie, wenn BewerberInnen mit Ihren Produkten und Technologien interagieren können.

Das erfolgreiche Gespräch am Messestand

Das Primärziel von Gesprächen am Messestand sollte sein, geeignete BewerberInnen für das Unternehmen zu begeistern und sie zu einer Bewerbung zu motivieren.

Zusätzlich zum HR-Mitarbeiter sind Vertreter aus Fachabteilungen immer gern gesehen, da sie den Arbeitsalltag sehr gut schildern können und sich mit den aktuellen Fachthemen auskennen. Gerade potentielle Kollegen mit dem gesuchten fachlichen Hintergrund können Unsicherheiten der BewerberInnen im Gespräch ausräumen.

Auf fachspezifischen Karrieremessen werden Unternehmen mit einer starken B2C-Marke als Arbeitgeber wahrgenommen. Durch eine aktive Ansprache der BewerberInnen schaffen Sie darüber hinaus auch unabhängig von Ihrer Markenbekanntheit Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe.

Aus Bewerberumfragen von über 40 jobvector career day – Karrieremessen konnte abgeleitet werden, dass viele BewerberInnen enttäuscht sind, wenn sie am Ausstellerstand der Arbeitgeber nicht mehr Informationen erhalten, als in den Stellenanzeigen oder auf der Unternehmens-Webseite zu finden sind. Die Zielgruppe ist analytisch und recherchiert gerne. Auf den Karrieremessen haben sie den Wunsch, “Insider-Informationen” zum Bewerbungsprozess sowie vertiefte und präzise Inhalte zu offenen Stellen zu bekommen.

Ein weiterer Punkt, den BewerberInnen oft vermissen, ist die Möglichkeit, ihre Bewerbung an einen persönlichen Ansprechpartner richten zu können. Wir empfehlen daher dringend, das Interesse der Zielgruppe nicht mit dem simplen Verweis auf die Karriere-Seite zu verspielen. Durch Nachfrage nach dem Lebenslauf oder durch Mitgabe einer Visitenkarte können Sie das Interesse für geeignete Kandidaten signalisieren.

Unternehmensvortrag

Ein weiteres effektives Instrument, um die richtigen BewerberInnen auf den eigenen Messestand aufmerksam zu machen, ist ein überzeugender Arbeitgebervortrag. Auf vielen Karrieremessen gibt es die Möglichkeit einen Vortragsslot zu buchen. Auf den jobvector career days werden Unternehmen mit Vortrag von 20 % mehr BewerberInnen aufgesucht als solche ohne. Der Unternehmensvortrag ist eine hervorragende Möglichkeit, um die Vorzüge des Unternehmens als Arbeitgeber zu präsentieren und sich von Marktbegleitern abzugrenzen – Stichwort Unique Employment Proposition.

Stellen Sie das Unternehmen vor, um mit den eigenen Produkten und Dienstleistungen zu begeistern. Dabei sollten Sie nicht vergessen, die Sprache der Zielgruppe zu sprechen – also keine falsche Scheu vor Fachbegriffen! Die Präsentation von Einstiegsmöglichkeiten, Berufsbildern und Karrierepfaden sind für die Bewerber der Zielgruppe wertvollere Informationen als die Umsatzzahlen oder monetäre Unternehmenserfolge.

Analog zum Teil “Wir bieten” in der Stellenanzeige, sollten auch im Vortrag die Leistungspakete für BewerberInnen dargestellt werden.

Der Bezug auf die gesuchten Zielgruppen und Qualifikationsprofile schafft Transparenz und spricht die BewerberInnen direkt an. Besonders authentisch und überzeugend sind Fachreferenten mit dem Hintergrund der gesuchten Zielgruppe. Wenn z. B. Informatiker rekrutiert werden sollen, könnte ein Teil des Vortrags, idealerweise der zum Berufseinstieg und zu Berufsbildern, von einem Informatiker / einer Informatikerin aus dem Unternehmen umgesetzt werden.

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