Social Shopping, One Klick Buy, KI Bots, schon mal gehört? All dies ist schon heute ein fester Bestandteil des Online-Handels. Shopping, Produktion, Verpackung und Versand, alles muss einfacher und schneller gehen. Denn eines hat sich nicht geändert in den letzten Jahren: Der Kunde ist immer noch König – sei es im stationären Handel oder im Internet.

Doch wer sich nicht schnell anpasst, hat im Kampf um die Kunden schnell das Nachsehen, nicht nur gegenüber den Online-Giganten wie Amazon oder Ebay. Das hat mittlerweile Einfluss auf die gesamte Wirtschaft. Unternehmen benötigen Mitarbeiter, die den neuen digitalen Herausforderungen gewachsen sind. Da diese aber nicht einfach aus dem Boden sprießen, wurde eine frisch gebackene duale Ausbildung auf den Weg gebracht. Der erste neue kaufmännische Ausbildungsberuf seit zehn Jahren: Kaufmann und Kauffrau im E-Commerce.

Seit August 2018 steht die Ausbildung zukunftsorientierten und innovationsbegeisterten Azubis offen. Nicht ausschließlich im Groß-, Außen- und Einzelhandel oder der Tourismusbranche, sondern auch bei Dienstleistern und Herstellern. Diese Ausbildung fördert nicht nur einen einzigen Wirtschaftssektor, sondern präsentiert vielmehr die Möglichkeit der Konjunktur branchenübergreifend einen Kick-Start zu verpassen.

Was genau macht ein(e) angehende(r) Kauffrau oder Kaufmann im E-Commerce eigentlich? Die neue Ausbildung dauert ganz regulär drei Jahre und hat Überschneidungen mit einigen bekannten Ausbildungsberufen wie zum Beispiel dem der IT Systemkaufleute oder Kaufleute für Dialogmarketing. Besonders wichtig in der Ausbildung ist das projektorientierte Arbeiten und die Auseinandersetzung mit dem kontinuierlichen Wandel der Vertriebskanäle und Strukturen des E-Commerce.

Wenn es beispielsweise um Logistik, IT oder Werbung sowie Rechts- und Controlling-Aspekte geht, ist die Expertise der Kaufleute im E-Commerce ganz besonders bei den internen und externen Schnittstellen gefragt. Darüber hinaus fallen neben der Auswahl und dem Einsatz von Online-Vertriebskanälen und der Mithilfe bei der Organisation des Waren- und Dienstleistungsinventars auch die Kundenkommunikation in den Aufgabenbereich der Auszubildenden. Genauso wichtig ist die Vertragsvorbereitung und -abwicklung im Online-Vertrieb. Die neue Ausbildung kommt bei allen Beteiligten gut an: Der Vorsitzende des Einzelhandelsausschusses der IHK Frankfurt und Geschäftsführer von Koffer24 GmbH Dr. Joachim Stoll bezeichnet den E-Commerce als umsatzstärksten Teil der Firma und erklärte, alle neu geschaffenen Stellen seien ausschließlich in diesem Bereich. Auch Christine Ludwig, Recruitment Specialist bei Nestlé Deutschland AG, sieht absoluten Bedarf für junge Menschen im stetig wachsenden E-Commerce. Doch wie fit sind die Jugendlichen wirklich für die Digitalisierung im Handel?

Infografik: ART Studie_Handel

Das sind die Ergebnisse einer branchenspezifischen Auswertung der aktuellen Azubi-Recruiting Trends Studie 2018. Dafür hat das Team der Azubi-App TalentHero als Partner der von u-form Testsysteme herausgegebenen Studie die Antworten von Ausbildungssuchenden und Azubis sowie Ausbildungsverantwortlichen aus

dem Handel analysiert. Interessanterweise schätzen letztere die Internet-Fähigkeiten ihrer Azubis falsch ein:


Infografik: ART Studie_Handel

Die große Mehrheit der befragten Ausbildungsverantwortlichen zieht in einem Freitextfeld eine gemischte oder negative Bilanz hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Technologien in ihrem Ausbildungsbetrieb. Hier fallen Begriffe wie „hinterher“, „analog“ und „Steinzeit“. Zwei Drittel der Azubis sehen die Lage hingegen weniger kritisch und beschreiben den Digitalisierungsgrad ihres Ausbildungsbetriebs mit „fortschrittlich“, „modern“ oder „bemüht“. Unter den kritischen Azubis finden sich dagegen ebenfalls deutliche Worte wie „rückständig“, „hinterweltlich“ oder „prähistorisch“. Daraus lässt sich schließen, dass sowohl Ausbilder, als auch Azubis einen Nachholbedarf in der Branche sehen.

Dass die Ausbildung eine Lücke füllt, ist bereits bestätigt. Wie sehr, lässt sich zusätzlich gut veranschaulichen, wenn man den Umsatz der letzten paar Jahre durch E-Commerce in Deutschland betrachtet. Im Jahr 2010 waren es bereits 20,2 Milliarden Euro und die Prognose für 2019 sieht einen Jahresumsatz von knapp 60 Milliarden Euro allein durch den E-Commerce vor. Die Ausbildung für Kaufleute im E-Commerce kam also gerade noch zum rechten Zeitpunkt. Mit dem Internet hat neben dem Handel auch das Recruiting ein neues Zuhause gefunden.

Die Schnelligkeit des E-Commerce fordert auch neue, optimierte Bewerbungsformen. 97 Prozent der Jugendlichen sind täglich im Netz unterwegs, benutzen allerdings zu 94 Prozent das Smartphone dafür. Nur vier Fünftel der börsennotierten Unternehmen verfügen über ein mobil optimiertes Bewerbungsformular. Das Problem ist, nur 39 Prozent der DAX-Unternehmen lassen eine mobile Bewerbung zu. Daraus resultiert im schlimmsten Fall ein Abbruch der Bewerbung. Knapp 50 Prozent der Teilnehmer gaben in einer Mobile Recruiting Studie von meinestadt.de an, schon einmal einen Bewerbungsprozess aufgrund eines nicht mobil optimierten Bewerbungsformulares  vorzeitig beendet zu haben. Die Zukunft des Recruitings findet also nicht nur digital, sondern vor allem mobil statt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.