Das Jahr neigt sich dem Ende zu und es stellt sich die Frage, welche Veränderungen 2020 für die Arbeitswelt mit sich bringt. Die neusten Entwicklungen im HR-Bereich sind nicht nur für Personaler spannend, sondern auch für Angestellte, CEOs und Freelancer. Moderne Recruiting-Methoden, flexible Arbeitsorte oder nachhaltige Mitarbeiterplanung: Neun Personal-Experten geben einen Ausblick auf die HR-Trends, die 2020 wichtig werden. Lesen Sie hier die Einschätzungen der ersten fünf Experten.

Nachhaltigkeit in der Mitarbeiterplanung

Paul-Alexander Thies, CEO von Billomat

„Nachhaltigkeit in der Mitarbeiterplanung entscheidet in Zukunft über die Wettbewerbsfähigkeit! Chefs werden zu Freunden. Es gibt flachere Hierarchien, mehr Mitspracherecht und Freiräume, weniger Anweisungen und mehr Erklärungen. Um Mitarbeitern einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten und sie zu halten, gilt es also über eine pompöse Weihnachtsfeier hinaus zu denken. So sollte in die Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter investiert werden, um gezielt Potenziale zu fördern, anstatt permanent auf flexible Arbeitskräfte zu setzen und diese schnell wieder zu entlassen, wenn der Bedarf nachlässt. Unternehmen, die hier Nachhaltigkeit leben, stärken nicht nur jeden einzelnen Mitarbeiter, sondern eben auch die eigene Employer Brand.“

Mehr Eigenverantwortung und Corporate Entrepreneure

Melanie Hansen, HR Managerin bei cormes

„Nicht zuletzt der Fachkräftemangel trägt dazu bei, dass Unternehmen vermehrt Anreize und Möglichkeiten schaffen müssen, Mitarbeiter (m/w/d) in ihrer Selbstverwirklichung zu stärken. Eigene Projekte mit Sinn schaffen ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl des Teammitglieds und eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen. Die Firmen profitieren nicht nur von einer größeren Mitarbeiterbindung, sondern eröffnen sich auch die Chance, das eigene Geschäftsportfolio dank der „Corporate Entrepreneure“ zu erweitern. Unser Unternehmen wächst beispielsweise stetig durch die kreativen Impulse, die wir zum Teil in separaten Units bündeln und nicht selten mit einer eigenen Geschäftsgrundlage versehen.“

Aus Work und Vacation wird Workation

Nora Feist, CEO von Mashup Communications

„Work-Life-Balance und Home-Office sind mittlerweile nichts Neues mehr. Was die Fachkräfte von heute und morgen interessiert und bindet, sind Freiheit und Eigenverantwortung. Diese können sie vom Arbeitgeber dadurch ermöglicht bekommen, indem sie flexibel und von überall arbeiten können. Das gilt sowohl, um den Alltag zu meistern, Familie und Freunde zu besuchen oder neue Orte zu entdecken. Reisen und Erfahrungen außerhalb der alltäglichen Routine und der eigenen vier Wände steigern die Kreativität, sorgen für frische Inspirationen und unterstützen die Mitarbeiter bei der Selbstentfaltung. Anregungen, die eine Kombination von Arbeit und Urlaub ermöglichen, bieten sich hierfür an. Weil wir in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit sammeln konnten, haben wir das Workation-Programm in unserer Agentur eingeführt. So ermutigen wir alle Mitarbeiter, von überall auf der Welt zu arbeiten.“

Verbesserte Strukturen für mehr Chancengleichheit

Anne-Kathrin März, Head of Human Resources der good healthcare group

„Ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen auf jeder Unternehmensebene, sorgt für die besten Ergebnisse. Sie ergänzen sich und gerade die Führung profitiert von einer Vielfalt an Perspektiven und Kompetenzen! Jedoch fehlt es in Unternehmen häufig noch intern an den passenden Strukturen für mehr Chancengleichheit und beispielsweise einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unternehmen müssen effiziente Teilzeitmodelle entwickeln und die Arbeit flexibler gestalten. Die voranschreitende Digitalisierung macht dies jedoch zunehmend einfacher. Langfristig werden sich vor allem die Unternehmen durchsetzen, die auf die
Talente aller Mitarbeiter unabhängig von ihrem Geschlecht setzen und dementsprechende neue Strukturen schaffen.“

Soziale Medien als Recruiting-Plattformen nutzen

Thomas Maas, CEO von freelancermap

„Die Zeiten von klassischen Teamstrukturen sind vorbei! Freie Experten bereichern Firmen mit ihrem Know-how und agile, funktionelle Projektteams müssen endlich auch in großen Unternehmen zur Realität werden. Um Stellen
passgenau zu besetzen, wählen Recruiter Bewerber auf Online-Plattformen proaktiv nach Skills aus. Für freie Experten und Jobsuchende ist es daher unabdingbar, sowohl auf relevanten Projekt- und Jobportalen als auch auf sozialen Business- Netzwerken Präsenz zu zeigen – wichtig ist dabei vor allem die Aktualität der Profile.“

Lesen Sie nächste Woche den zweiten Teil der HR-Trends 2020.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.