Recruiting-Hack: Was tun, wenn der Kandidatenmarkt „abgegrast“ ist?

Beitragsbild blog.TALENTpro Recruiting-Hack von Experteer und Frank Rechsteiner

In Kooperation mit Recruiting-Coach, Buchautor und Blogger Frank Rechsteiner schrieb das Recruiting- und Karriereportal Experteer Mitte letzten Jahres den „Recruiting-Hack 2019“ aus. Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten sich mit kreativen Einreichungen für einen zweitägigen Digital-Recruitment-Workshop mit Frank Rechsteiner bewerben.

Nicht nur aufgrund des Fach- und Führungskräftemangels, sondern auch durch die voranschreitende Digitalisierung und den demographischen Wandel ist die Gewinnung von Personal in vielen Unternehmen mittlerweile zu einer großen Herausforderung geworden. So ist die Idee für den „Recruiting-Hack“ entstanden: Das Karriereportal Experteer will nicht nur einem Unternehmen die Möglichkeit geben, sein Recruiting völlig neu aufzustellen. Dank der transparenten Dokumentation des gesamten Change-Prozesses soll auch anderen Unternehmen aufgezeigt werden, was mit ein bisschen Mut und viel Engagement im HR möglich ist.

Mit einer spannenden und kreativen Einreichung setzte sich SPIRIT/21 unter einer Vielzahl an Bewerbern durch. Als Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für IT-Services und -Lösungen mit ca. 470 Mitarbeitern am Hauptstandort Böblingen (Baden-Württemberg) findet das Unternehmen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern einen „abgegrasten“ Kandidatenmarkt vor. Aktuell bearbeiten drei Recruiter alle Themen rund ums Kandidatenmanagement. Ihr Ziel ist es, eine perfekte Mischung aus Active Sourcing, Employer Branding und einer guten Candidate Journey mit Hilfe des Workshops zu etablieren.

1. Arbeitgebermarke schärfen

Im Rahmen des zweitägigen Digital Recruitment Workshops wurde zunächst die aktuelle Situation des Gewinner-Unternehmens beleuchtet. Hierzu kamen Vertreter der Fachabteilungen, der Geschäftsführung und des Recruitingteams von SPIRIT/21 zusammen.

Am Anfang stand die vermeintlich einfache Frage: Warum sollte sich jemand bei ihnen bewerben? Da wurde schnell klar, dass es unter anderem am Wiedererkennungswert der Arbeitgebermarke mangelt. „Da draußen haben alle einen Job, das ist kein Grund zu SPIRIT/21 zu wechseln, sondern sind nur Floskeln“, kommentierte Recruiting Experte Frank Rechsteiner die Darstellungen der Employer-Branding-Strategie.

2. Zielgruppe erweitern

Ein weiteres zentrales Thema ist die Zielgruppe des Recruitings: In einem sehr engen Kandidatenmarkt ist es essenziell, nicht nur die Strategie sondern insbesondere die Zielgruppe zu überdenken, sagt Frank Rechsteiner. „Ihr übergeht derzeit pauschal 85 % der guten Kandidaten, weil ihr euch ausschließlich auf einen kleinen Fischteich fokussiert.“ Als IT-Beratungsunternehmen konkurriert SPIRIT/21 mit einer Vielzahl an Unternehmen um die umkämpften Fachkräfte der Branche. Deshalb wurden gemeinsam mit den Fachabteilungen neue Kandidaten-Zielgruppen definiert, die in Zukunft mit für sie relevanten Angeboten angesprochen werden.

3. Kandidaten proaktiv ansprechen

Eine dritte große Herausforderung bildet das Thema Active Sourcing. Wunschkandidaten proaktiv anzusprechen und diese für die Aufgabe und das Unternehmen zu begeistern, wird noch nicht systematisch umgesetzt. Um in Zukunft weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, soll auch an diesem Thema verstärkt gearbeitet werden.

4. Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen

Neben der Mitarbeitergewinnung stand auch die Zusammenarbeit vom Recruitingteam und den Fachabteilungen im Fokus. Es wurde gegenseitiges Verständnis geschaffen und Prozesse optimiert. Um den Austausch weiter zu intensivieren, werden die drei Recruiter verstärkt in die Fachbereiche integriert. Diese Maßnahme soll die Transparenz, die Kommunikation und das Verständnis zwischen Fachbereichen und Recruiting fördern. Langfristig können die Recruiter ihre Kompetenzen und ihr technisches Verständnis vertiefen und somit auch Bewerbern auf Augenhöhe begegnen.

Foto: Experteer

„Ein Frühwarnindikator für die Zukunftsfähigkeit von SPIRIT/21 liegt im Recruiting“

Frank Rechsteiner, Recruiting-Coach

Ausblick: TALENTpro 2020

Mit einem Meet-up und einem Impulsvortrag sind Experteer, Frank Rechsteiner und SPIRIT/21 am 25. und 26. März 2020 auf der TALENTpro in München und berichten u.a. von den ersten Erfolgen des „Recruiting-Hacks“. Gerne beantworten sie im Rahmen dessen Fragen rund um das Thema Recruiting und tauschen sich über den laufenden Change-Prozess von SPIRIT/21 aus.

Vormittags findet am 26. März 2020 um 10:35 Uhr am Experteer-Messestand (Kohlebunker | C.08) ein Meet-up mit verschiedenen Vertretern des „Recruiting-Hacks“ statt. Außerdem stellen Experteer und Frank Rechsteiner 26. März 2020 zwischen 13:45 und 14:15 Uhr auf der Unplugged Stage erste Erfolge des Digital-Recruitment-Workshops vor.

Mehr Informationen zum Experteer „Recruiting-Hack“ finden Sie hier.

Lyn Lücke
Marketing Managerin at Experteer GmbH

Lyn Lücke ist Marketing Managerin bei dem Recruiting- und Karrieredienst Experteer GmbH. Seit September 2019 unterstützt die studierte Psychologin das B2B-Marketing-Team unter anderem in den Bereichen Job Distribution, E-Mail-Marketing und Social Media.

Lyn Lücke

Lyn Lücke ist Marketing Managerin bei dem Recruiting- und Karrieredienst Experteer GmbH. Seit September 2019 unterstützt die studierte Psychologin das B2B-Marketing-Team unter anderem in den Bereichen Job Distribution, E-Mail-Marketing und Social Media.

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