2020 als Chance: Was wir alle aus Corona lernen können

2020 steht im Zeichen der globalen Pandemie: Das Coronavirus hat auch ökonomisch seine Spuren hinterlassen und ist noch nicht besiegt. Es kristallisieren sich jedoch Entwicklungen heraus, von denen viele Bestand haben werden. Arnd Visarius von Studitemps teilt Erfahrungen und wirft einen Blick darauf, was jetzt und besonders in Zukunft wichtig ist.

Nach einem verheißungvollen Start ins aktuelle Jahr kam im Frühjahr der abrupte Einschnitt durch Corona. Bei Studitemps haben wir dies selbst unmittelbar erfahren: Während langjährige Kunden Bedarfe komplett stornieren mussten, gingen aus Logistik und Einzelhandel massiv Anfragen ein. In den ersten Märzwochen haben wir an manchen Tagen 20.000 Stunden gestrichen und gleichzeitig 50.000 neu besetzt. Studitemps hat gänzlich neue Kunden gewinnen und Rahmenverträge schließen können, mit Geschäftspartnern aus Handel, Logistik und E-Commerce. Viele Studenten, denen die klassischen Jobs in Einzelhandel und Gastronomie innerhalb kürzester Zeit wegbrachen, konnten wir übergangslos für andere Beschäftigungsfelder rekrutieren und so Existenzen sichern. Ohne die richtigen Voraussetzungen wäre dies niemals möglich gewesen.

Hund, Katze, Haus: Arbeiten bei Studitemps im März 2020

Corona: Auslöser oder „nur” Beschleuniger?

Diese Bedingungen haben wir zur rechten Zeit geschaffen und waren so in der Lage, sie in der Krise zu nutzen. Denn viele Entwicklungen, die sich in diesem Jahr abgespielt haben, waren bereits zuvor präsent: die Verlagerung einer immer größeren Anzahl von Services ins Netz, das Arbeiten im Homeoffice – rückläufige Branchen wie der stationäre Einzelhandel. Darüber hinaus wurden jedoch Bereiche erfasst, die im letzten Jahr noch hochprofitabel waren. Die Coronakrise hat also zweifelsohne einige Entwicklungen erst ausgelöst, hat die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft jedoch eher „nur” beschleunigt. Studitemps ist Partner stationärer und digitaler Unternehmen, legt aber seit seiner Gründung den Fokus auf Technologie. Wir entwickeln Software inhouse, kommunizieren hierüber sowie mittels bewährter Online-Tools wie der G Suite oder Slack. Kontaktloses Recruiting stand demnach unmittelbar zur Verfügung. Jedoch haben auch wir uns viele Fragen stellen und Lehren aus den vergangenen Monaten ziehen müssen.

Recruiting 2020 und unsere Konsequenz hieraus

Für uns war die Krise ebenfalls ein Beschleuniger und zwar insofern, als dass wir uns selbst und unsere Prozesse hinterfragen und wandeln mussten. Der Wechsel ins Homeoffice hatte gut funktioniert, bei voller Geschäftstätigkeit – sodass die Fragen in ähnlicher Form blieben:

  • Wie sieht unsere optimale digitale Candidate Journey aus?
  • Was erwarten Bewerber und Kandidaten von der Digitalisierung im Bewerbungsprozess?
  • Was sollte die Software alles können? Wie können wir Prozesse verschlanken?
  • Können wir eine digitale Auswahl und Beurteilungsverfahren integrieren?
  • Wie kann man ein kontaktlosen Onboarding-Prozess erfolgreich abdecken?

Am Ende stand für uns nicht nur die Optimierung der bestehenden Prozesse, sondern ebenso die verstärkte Nutzung des Studitemps Kundenportals im Vordergrund. Diese selbst entwickelte digitale Plattform ermöglicht die autonome Schichtbuchung zwischen qualifiziertem Bewerber und Auftraggeber. Bereits jetzt werden über 25 Prozent der Schichten im Self-Service gebucht. Die Nachfrage der Kunden, welche 2020 ebenfalls deutlich digitaler agieren (müssen), ist sehr groß. Elementar wichtig ist hierbei das Feedback von Studenten und Unternehmen, etwa in Form des Customer Advisory Boards. Unsere Erkenntnisse teilen wir unter anderem in Form von Expert Talks.

Young Professionals im Fokus

Auch wenn die verstärkte Nutzung digitaler Plattform nicht für jeden möglich oder erstrebenswert ist, so ist der Stellenwert von Technologie in diesem Jahr flächendeckend klar geworden. Besondere Relevanz hat dies für den Bereich Absolventen und Young Professionals, in dem Auswahlverfahren nochmals wichtiger sind als bei der temporären Besetzung von Stellen.

„Viele Konzerne haben sich bislang von Videointerviews eher ferngehalten. Jetzt müssen sie sich in diese Richtung bewegen und flexibel agieren.”

Ann-Katrin Tereick, Teamlead Young Professionals

Studitemps bietet neben der Überlassungen von Studenten ebenfalls die Projektplatzierung und Direktvermittlung von Young Professionals. Noch vor wenigen Monaten war es seitens der Unternehmen gewünscht, sich zu Terminen vor Ort zu treffen. Aufeinander aufbauende Bewerbungsrunden fanden gern an abweichenden Standorten statt, teils im Ausland. Dies ist derzeit passé und alle Seiten merken, welche Vorteile daraus entstehen:

  • stark gesunkene Opportunitätskosten durch virtuelle Bewerbungsverfahren;
  • deutlich gestiegene zeitliche Flexibilität und Nachhaltigkeit (CO2-Einsparung);
  • authentische Selbstpräsentation der Kandidaten im „sicheren” Umfeld.

Stark veränderte Candidate Experience

Die gesamte Candidate Experience zeigt sich verändert, was einschließt, dass auch die Bewerber selbst „neue” Fragen stellen. Immer häufiger sind Krisenmanagement, Notfallpläne für den Fall weiterer Wellen sowie die allgemeine Zukunftsausrichtung Thema. Unternehmen, Studitemps eingeschlossen, müssen ehrliche und belastbare Antworten geben können, um Kandidaten zu überzeugen. Ein weiteres elementares Thema ist das virtuelle Onboarding. Wir stehen intern in engem Austausch, um unter den aktuellen Bedingungen eine optimale Einarbeitung zu sichern.

Kein Zurück zum business as usual

Wir haben uns bislang damit beschäftigt, was sich 2020 verändert hat. Die entscheidende Frage ist, was davon nach der Entwicklung eines Impfstoffes und über der Pandemie hinaus bleiben wird. Ein Aspekt ist die Veränderung bzw. Verschiebung der „sicheren” Branchen. Der zuvor sehr gefragte Bereich Automotive wird sich Herausforderungen stellen müssen; Gleiches gilt unter anderem für die Luftfahrtindustrie. Chemie und Gesundheitswesen erleben hingegen einen starken Zulauf. Sensibilisiert durch Corona, wird das Krisenmanagement allerorten einen hohen Stellenwert behalten, flankiert von Homeoffice und kontaktloseren Prozessen. Prognosen, nach denen jedes fünfte Büro nicht mehr gebraucht werden könnte, scheinen nicht übertrieben. Die Akzeptanz des Berufspendelns wird zurückgehen, allein schon aus Gründen des Klimaschutzes. Dies bringt mit sich, dass Remote-Tätigkeiten integraler Bestandteil der Strukturen und Prozesse werden müssen. Was die Bereitstellung geeigneter Hardware für die Arbeitnehmer zwingend einschließt.

Eigene Stärken erkennen und ausbauen

Auf diese Weise lässt sich nicht nur gewährleisten, dass jeder bestehende Mitarbeiter im Bedarfsfall schnell ins Homeoffice wechseln kann, sondern auch die Attraktivität für Bewerber steigt. Generell ist es in Zeiten räumlicher Distanzierung vom Office wichtig, die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung hochzuhalten. Unsere Stärken sind der Team Spirit, eine große Flexibilität und die Ausrichtung auf leistungsstarke Technologie. Somit behalten wir Rituale im Digitalen bei, verabreden uns zum Kaffee und Mittagessen und zeigen Wertschätzung durch transparente Kommunikation und Entgegenkommen im Hinblick auf familiäre Verpflichtungen. Parallel dazu haben wir erkannt, welche Vorteile das Kundenportal birgt und werden die Nutzung konsequent ausbauen – bis auf 100 Prozent. Die eigenen Stärken zu kennen, danach zu leben und dies authentisch nach innen und außen zu kommunizieren, ist für jedes Unternehmen unabhängig von Branche und Ausrichtung wichtiger als jemals zuvor.

Fazit: Die Zukunft ist da – nutzen wir sie

Jedes Unternehmen, und somit auch jeder Personaler, muss mit der Zeit gehen – und die Zeichen stehen ganz klar auf Digitalisierung. Corona, so tiefgreifend die Auswirkungen auch waren, ist ein Weckruf, der nicht überhört werden sollte. Jetzt besteht (noch) die Möglichkeit, sich zu adaptieren, HR-Prozesse bzw. -Standards zu überdenken und zu optimieren. Das Beschreiten neuer Wege bedeutet immer eine Umstellung, aber zugleich auch Chancen. Wir haben dies anhand unser Neukunden aus vielen Bereichen sowie des Erfolgs des Kundenportals selbst feststellen dürfen. Für Studitemps und alle anderen heißt es nun nicht nachzulassen, um das Fundament für den wirtschaftlichen Aufschwung im Jahr 2021 zu legen. Wir wünschen jedem das Beste hierfür.

Arnd Visarius
Studitemps

Arnd Visarius widmet sich seit 13 Jahren dem Web Content. Sein Herz schlägt neben spannenden Geschichten nicht zuletzt für suchmaschinenoptimierte Inhalte mit Mehrwert. Nach Stationen in Dortmund, Witten, Köln und North Miami Beach arbeitet er seit 2019 bei Studitemps.

Arnd Visarius

Arnd Visarius widmet sich seit 13 Jahren dem Web Content. Sein Herz schlägt neben spannenden Geschichten nicht zuletzt für suchmaschinenoptimierte Inhalte mit Mehrwert. Nach Stationen in Dortmund, Witten, Köln und North Miami Beach arbeitet er seit 2019 bei Studitemps.